„Magdeburg braucht eine neue Synagoge!“

Eine Initiative des Fördervereins  „Neue Synagoge in Magdeburg“ e.V. gemeinsam mit der Synagogengemeinde zu Magdeburg

Magdeburg braucht eine neue Synagoge,
  • weil seit über 1000 Jahren jüdisches Leben in unserer Stadt zu Hause war – zum Segen dieser Stadt, wenn es
  • blühen und gedeihen konnte, zum Schaden, wenn es unterdrückt und verfolgt wurde.
  • weil die alte Synagoge am 9. November 1938 durch rassistisch und antisemitisch fanatisierte Bürger unserer Stadt
  • zerstört wurde, in der „Reichspogromnacht“ während der Zeit des Nationalsozialismus.
  • Weil es in unseren Mauern eine wachsende jüdische Gemeinschaft gibt, für die das bisherige Gemeindehaus mit
  • seinem kleinen Gottesdienstraum nicht mehr ausreicht für ihre Gottesdienste und ihr Gemeindeleben. Durch die
  • Zuwanderung von Juden mit ihren Familien aus Osteuropa ist die Synagogengemeinde zu Magdeburg auf etwa 600
  • Mitglieder angewachsen.
  • Weil es wichtig und gut ist, wenn es einen Ort gibt, an dem sich Juden und Nichtjuden in unserer Stadt begegnen,
  • sich kennen lernen, voneinander erfahren und miteinander verständigen können, damit Antisemitismus und
  • Rassismus unter uns keinen Raum mehr haben.


Erste Anfänge jüdischer Ansiedlung zur Zeit Ottos des Großen

Die jüdische Gemeinde zu Magdeburg gehört zu den ältesten in ganz Deutschland. Der erste Nachweis für die Ansiedlung von Juden in der Stadt findet sich in einer Urkunde von 965. Otto der Große holte Juden nach Magdeburg, um das Blühen und Wachsen der von ihm geliebten und geförderten Stadt an der Elbe voranzubringen. Sie siedelten in der Nähe des heutigen Hasselbachplatzes im sogenannten „Judendorf“ und unterstanden direkt dem Erzbischof.

Leider konnten die Juden in Magdeburg später nicht mehr so friedlich leben. Sie erlebten – wie überall im christlichen Abendland – Verfolgung und Vertreibung, viele kamen bei Pogromen um, auch wurde das Judendorf immer wieder niedergebrannt oder verwüstet. Unter Erzbischof Ernst von Sachsen wurden die jüdische Gemeinschaft 1493 innerhalb eines Tages aus Stadt und Erzstift Magdeburg vertrieben. Alle jüdischen Spuren aus dieser Zeit sind verschwunden.


ehemalige Synagoge in der Großen SchulstraßeWiedergeburt der jüdischen Gemeinschaft in Magdeburg  im 19. Jahrhundert und ihre Vernichtung 1933-1945

Nach über 300 Jahren erst, ab 1807, zogen wieder Juden für längere Zeit nach Magdeburg. Sie erhielten die allgemeinen Bürgerrechte zuerkannt und konnten sich somit frei niederlassen und ihre Religion ausüben. Um 1840 lebten in der Elbestadt bereits 599 jüdische Bürger. Die jüdische Gemeinschaft errichtete eine Synagoge in der Großen Schulstraße (nahe dem Platz „An der alten Synagoge“), die am 14. September 1851 durch den Rabbiner Dr. Ludwig Philippson feierlich eingeweiht wurde. 1897 wurde sie erweitert und vergrößert.

Bis zum Anfang der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts war es selbstverständlich, dass sich die jüdischen Magdeburger aktiv am städtischen Verwaltungs- und Wirtschaftsleben beteiligten und es mit prägten. Um 1930 zählte die Synagogen-Gemeinde Magdeburg 2.356 Mitglieder. Es gab eine Religionsschule, einen Kinderhort  und rege soziale Tätigkeit in 33 Vereinen, Einrichtungen und Verbänden. Das wurde alles durch die Nazis zunichte gemacht, auch die Magdeburger Juden, soweit sie sich nicht durch Emigration und Flucht retten konnten, wurden gedemütigt, isoliert, beraubt, schließlich deportiert und ermordet. 1945 gab es noch etwa 100 Überlebende, eine kleine Gemeinschaft, für die bis 1990 das Haus ausreichte, das heute viel zu klein geworden ist.


synagoge planEin Begegnungsort für alle Magdeburger soll entstehen

Durch den Bau einer neuen Synagoge (dt.: „Versammlungshaus“) in der Julius-Bremer-Straße sollen die Magdeburger jüdischen Glaubens wieder ein religiöses Zentrum bekommen. Zugleich soll dies Zentrum ein Begegnungsort für alle Magdeburger sein, die mit dem Judentum Verbindung suchen und ins Gespräch treten wollen. Geplant ist, ein dreistöckiger Neubau, mit dem – wenn die Finanzierung steht – im Jahr 2015 begonnen werden soll. Für dies unserer ganten Stadt zugute kommende Projekt ist die öffentliche Unterstützung im weitesten Sinne gefragt – von Stadt und Land, aber auch durch viele Spenden und Sponsoren.



Modell Synagoge

Die neue Synagoge ist die gemeinsame Sache aller Bürger

Bürger unserer Stadt wurden in unserer Geschichte immer wieder zur Gefahr für die jüdischen Nachbarn – heute wollen wir als Bürgerinnen und Bürger Magdeburgs und seines Umlandes mit dafür sorgen, dass die jüdische Gemeinde einen würdigen Ort erhält für ihr Gemeindeleben. Unser Förderverein wirbt um Unterstützung und Sponsoring dafür. Zu einer Landeshauptstadt gehört einfach auch eine Synagoge. Wir gehen davon aus, dass dieser Gedanke viele Unterstützer finden wird!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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  • ...,weil jüdisches Leben einfach auch zu Magdeburg gehört.
    Tobias Krull, Kreisvorsitzender der CDU Magdeburg
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